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Schütze entführt in die Historie

Schütze entführt in die Historie (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Schütze entführt in die Historie

Heimatverein Völpke / Badeleben erlebt einen ganz besonderen Vormittag in der Kirche des Ortes - Die Mitglieder des Heimatvereins Völpke / Badeleben interessieren sich sehr für die Geschichte ihres Ortes und der Umgebung. So stand am Sonnabend der Besuch der evangelischen St. Margarethen-Kirche auf dem Programm.

 

Willi Schütze, Mitglied des Heimatvereins und des Gemeindekirchenrates, hatte die Führung durch das örtliche Gotteshaus übernommen. Das Wohl und der Erhalt der Kirche liegen ihm sehr am Herzen, so dass er mit viel Engagement seine Zuhörer mit auf eine interessante Zeitreise nahm. Willi Schütze machte erst einige Ausführungen zum Ist- Zustand der Kirche, dazu gehörte zum Beispiel der Stand der Bauarbeiten am Turm, zur Glocke, zu den Fenstern, dem Gestühl und den Gedenktafeln. Dem jetzigen Gotteshaus gingen im Lauf der Zeit zwei kleinere Bauten voraus. Die Heimatvereinsmitglieder erfuhren aber auch, wie das Christentum nach Völpke und es zum Bau einer Kirche kam. Die Ersterwähnung des Ortes war bereits im Jahr 1118. Der Turm der Vorgängerkirche aus dem Jahr 1706 war schon nach relativ kurzer Zeit baufällig und bereits 1783 konnte nicht mehr geläutet werden. Grund hierfür sei, wie Willi Schütze berichtete, die Beschaffenheit des Bodens gewesen, der aus „Floslehm“ besteht. Am 23. August 1786 erfolgte die Grundsteinlegung für die St. Margarethen-Kirche. Um dem schlechten Untergrund bautechnisch zu begegnen, wurde unter dem Fundament ein so genanntes Rostwerk angebracht und später wurden sogar die Wände noch durch Strebepfeiler gestützt. Am 30. November 1788 konnte dann der erste Gottesdienst gefeiert werden. Die derzeitigen Restaurierungsarbeiten sind jedoch nicht die ersten. Bereits 1913 erfolgte die Ausmalung der Decken und 1937 bis 1941 wurden Elektrosowie Maler- und Tischlerarbeiten durchgeführt. 1967 wurde die Schiefereindeckung erneuert und 1969 erfolgte eine Schwammsanierung. Wie Willi Schütze außerdem erzählte, ist von den ehemals drei Glocken nur noch eine vorhanden, doch wurde bereits eine zweite bestellt und die Kirchengemeinde freut sich schon auf das neue Geläut. Auch in früheren Zeiten trugen die Gemeindemitglieder wie heute zum Bau der Kirche und dem Erwerb der Glocken mit ihren Spenden bei. Das Gestühl, die Kirchendecke und auch der Altar haben die Zeit nicht überstanden und sind nicht mehr vorhanden. Im neuen Altartisch wurden auch Holzteile aus dem Barneberger Kirchturm mit verbaut . Damit symbolisiert er auch die Verbundenheit der Christen. Im Anschluss an den informativen Vortrag lud Willi Schütze noch zur Besichtigung des Glockenturms ein. Der Vereinsvorsitzende Dieter Niemann bedankte sich bei Willi Schütze für diesen interessanten Einblick in die Geschichte des Gotteshauses. Mit einem zünftigen Haxen-Essen fand die Veranstaltung des Heimatvereins ihren Ausklang in gemütlicher Runde.

 

Foto: Willi Schütze berichtete von der wechselvollen Geschichte des Gotteshauses.

 

Text und Foto: Angelika Höde - Volksstimme