Kleines „Biotop“ für Naturschützer Globisch

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Umweltbeauftragter der Gemeinde Völpke bezieht neues Zimmer über der Heimatstube - Schick eingerichtet hat sich Adalbert Globisch in seinem neuen Refugium. Der Naturschutzbeauftragte der Gemeinde Völpke hat in der Schulstraße einen neuen Raum bezogen – eine Zentrale für Umweltfragen, Flurkarten, Gesetzesschriften sowie ein fast musealer Fundus die heimische Flora und Fauna betreffend.

 

Für den Ortsunkundigen ist das „Büro“ des Naturschutzbeauftragten gar nicht so einfach zu finden. Den Hintereingang an der Heimatstube nutzend, steigt Adalbert Globisch eine Treppe hinauf, lässt die Wohnung rechts liegen und entriegelt die Tür im Obergeschoss. Im Flur die erste Tür rechts: Das Zimmer steht leer. „Das hier war zunächst mein Raum, doch dann bemerkten wir, dass der zu klein ist“, erklärt der 76-Jährige. Mit „wir“ meint er sich und den örtlichen Heimatverein, der den Naturschützer nach Kräften unterstützt und die Räumlichkeiten angemietet hat. Im kleineren Zimmer soll nun der Ortschronist Unterkunft finden, während Globisch mit seinem Sammelsurium eine Tür weitergezogen ist. In den vergangenen Wochen hat er sich hier eingerichtet – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ob Wände, Tische oder Regale, keine Flecken, der frei wäre und nicht Bezug auf Umwelt und Natur nähme. Über allem prangt dann auch in dicken Lettern der Mahnspruch: „Naturschutz und Umwelt geht jeden etwas an“. Der kleine Arbeitstisch steht direkt am Fenster mit Blick auf die Schulstraße. Vor zwei Monaten hat Globisch damit begonnen, sich dieses Refugium, das auch als Beratungsstelle dienen soll, zu schaffen, „nun ist es fertig und vorzeigbar“, wie er sagt. Jedermann ist willkommen, allerdings gibt es keine festen Öffnungszeiten. Wer also Rat oder Information benötigt, sollte sich voran mit Globisch in Verbindung setzen, Telefon: (039 402) 2 67. Unter anderem hat der Umweltfreund, der diese ehrenamtliche Aufgabe schon seit Jahrzehnten ausfüllt, hier die neueste Fassung des Bundesnaturschutzgesetzes zur Hand, darüber hinaus auch Verzeichnisse der Gräben in der Gemarkung Völpke oder Flurstückskarten. „Wenn jemand mal Fragen oder Probleme dazu hat, kann ich sicherlich schnell helfen“, sagt Globisch. Obendrein kann ein Besuch sehr lehrreich sein. Anschaulich kann man sich ein Bild vom heimischen Getier und seinen Lebensräumen machen oder findet nützliche Informationen zu allenmöglichen Pflanzen der Region. Und Sammler Globisch hält sein „grünes Archiv“ stets auf dem Laufenden. Sogar eine alte Saftpresse steht im Raum. „Die habe ich umfunktioniert“, verrät er, „und presse damit zum Beispiel Blätter von Bäumen und Sträuchern.“ Ein besonderer Hingucker ist ein eiförmiges Glasbehältnis, gefüllt mit Wasser, einer Art Alge und blauem Mineral. „Das ist ein geschlossenes Ökosystem“, erläutert Globisch, „es beherbergt zwei Garnelen, die darin ohne weiteren Zusatz jahrelang überleben können.“ Seinen speziellen Dank richtet der Naturschutzbeauftragte an den Heimatverein für die Bereitstellung des Raumes. Als eine Art kleinen Ausgleichs hält Globisch kommenden Montag, 13. September, vor den Mitgliedern des Vereins auch einen Vortrag zum Thema „Umwelt und Natur“. Dieser beginnt um 15 Uhr eine Etage tiefer in der Völpker Heimatstube.

 

Foto: Adalbert Globisch (76) in seinem neugeschaffenen Arbeitszimmer in der Schulstraße.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme