Glockenguss hautnah miterlebt
Völpker zu Gast in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer - Gemeinsame Sache in puncto Glockengießen machten kürzlich die Kirchengemeinden aus Völpke und Weferlingen: Weil beide für ihre Gotteshäuser einen neuen Klangkörper anfertigen lassen, machten sie sich zusammen auf den Weg in den Süden Brandenburgs nach Lauchhammer. In der dortigen Gießerei verfolgten die Delegationen die „Geburtsstunde“ der neuen Glocken. Zahlreiche Völpker und Weferlinger ollten in der Niederlausitz „live“ dabei sein, und so hatten sich die beiden Pastoren Klaus Ingelmann und Peter Mücksch im Vorfeld darauf verständigt, sich den Bus nach Lauchhammer zu teilen. Dort angekommen, wurden die Teilnehmer von Johannes Remenz begrüßt. Er erläuterte den Interessierten die Geschichte der Gießerei und welche Aufträge von ihr übernommen werden. Im nahen Kunstguss-Museum konnten die Besucher Exponate der Gießerei bestaunen. Unter ihnen befanden sich neben Kunstgegenständen auch Köpfe von bekannten Personen der Vergangenheit wie Karl Marx, Lenin und Ernst Thälmann. Inzwischen war Pfarrer Thomas Wisch mit seinen Begleitern aus Hohenmölsen eingetroffen, für die auch eine Glocke gegossen werden sollte. Aller guten Dinge waren an diesem Tage somit drei. Mit einer Andacht der drei Kirchengemeinden wurde Fürbitte für den Guss gehalten. Dann war es soweit, die Proben waren entnommen und die Temperatur stimmte. „In Gottes Namen, wir gießen.“ Langsam ergoss sich die flüssige Bronze in den Kanal und in die erste Form. Die war für die Weferlinger St.-Lamberti-Glocke bestimmt. Dann folgten die Glocken für Völpke und Hohenmölsen. Die Gießer Jürgen Gensel und Andreas Noack überwachten den Vorgang und öffneten die Kanäle für die drei Glocken. Andreas Noack erklärte im Anschluss die vielen Arbeitsgänge, die schon vor dem Gießen erfolgen müssen. „Was Sie heute erlebt haben, ist lediglich ein Bruchteil der Arbeit, die für einen Guss geleistet werden muss. Heute waren es nur ein paar Minuten, für die Vorbereitung benötigen wir Wochen“, meinte er. Wenn nun der gewollte Ton getroffen und der Guss zur Zufriedenheit aller gelungen ist, wird auch die Völpker Glocke vermutlich spätestens zu Weihnachten erklingen.
Foto: Die Teilnehmer an der Exkursion aus Weferlingen und Völpke stellten sich in Lauchhammer zum gemeinsamen Erinnerungsfoto auf.
Text: Ronny Schoof - Volksstimme, Klaus Lehmann