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Kappung der Schulhof-Linden ist Folge eines alten Fehlers

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Bild zur Meldung: Kappung der Schulhof-Linden ist Folge eines alten Fehlers

Völpker ärgern sich über heftigen Baumbeschnitt - Viele Völpker sind empört über den Kahlschlag an der Schulstraße. Vor knapp zwei Wochen wurden die fünf Linden auf dem Schulhof arg gestutzt, so dass nur mehr größere Stümpfe emporragen. Die Kappung sei im Sinne der Gefahrenabwehr nötig gewesen, heißt es aus dem Bauamt der Verbandsgemeinde.

 

„Die Bäume wurden dermaßen beschnitten, dass es kaum noch anzusehen ist. Das ist fast schon ein Frevel“, schimpft Dieter Niemann und fügt an: „Wir vom Heimatverein möchten unseren großen Unmut darüber äußern!“ Der Vereinsvorsitzende spricht damit vielen seiner Mitbürger aus der Seele, denn der Ärger im Ort scheint gerade bei der älteren Bevölkerung immens; immerhin wurden die Linden mit der Schuleröffnung im Jahre 1928 gepflanzt. Adalbert Globisch, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde, sagt: „Ich werde von den Leuten angesprochen, wie ich so etwas zulassen konnte. Aber ich habe auch erst durch einen Anruf der Schulleiterin davon erfahren, als die Arbeiten in vollem Gange waren.“ Das sei am 18. Februar gewesen, und nachdem sich Globisch vor Ort ein Bild gemacht hatte und vom Gemeindearbeiter die Auskunft erhielt, man setze eine Anweisung des Bauamts um, machte er sich direkt auf den Weg nach Eilsleben. „Ich habe meinen Unmut zum Ausdruck gebracht, weil es sich meiner Ansicht nach um offizielles Baumsterben handelt. Zudem bin ich doch etwas traurig und verbittert, dass es niemand für nötig gehalten hat, mich vorab zu informieren.“ Globisch sei erklärt worden, dass es sich bei dem Baumschnitt um so genannte Verjüngungsmaßnahmen handele, die unumgänglich seien, da die betreffenden Bäume früher schon einmal so stark abgesägt worden seien. Dies bekräftigte Roswitha Bätge, im Bauamt der Verwaltung zuständig für den Baumschutz, auf Nachfrage der Volksstimme gestern nochmals: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn der Fehler ist schon vor etwa 25 Jahren passiert, als die Bäume auf Kopf gesetzt wurden, und wir können jetzt nur noch darauf reagieren. Das geschah womöglich aus Unwissenheit, aber Fakt ist, dass solch tiefgreifende Kappungen dem Baum nachhaltig schaden – und das letztlich irreparabel.“ Mit dem neuerlichen Beschnitt seien die Linden zurück auf Einkürzhöhe, also die alte Schnittstelle, gebracht worden. Aus Gründen der Sicherheit, weil es ab der Schnittbzw. Bruchstelle keine gesunde Verbindung mehr zum Hauptstamm gäbe. Die nachgewachsenen Triebe drohten auszubrechen. Völpkes Bürgermeister Wolfgang Smolin kann die Klagen zwar verstehen, sagt aber auch: „Natürlich empfinden die Bürger das als schlimm, aber es handelte sich nunmal um eine Anordnung der Verwaltung, die sicherlich mit der nötigen Fachkompetenz erteilt wurde. Wenn es so für die Bäume und die Sicherheit besser ist, ist das in Ordnung, zumal die Linden wieder ausschlagen und in zwei oder drei Jahren auch optisch ansprechen werden.“ 

 

Foto: Kopf- und schmucklos: Die Linden am Schulhofsaum geben nach der Kappung ein eher klägliches Bild ab.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme