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Schuldiskussion: Völpke sieht sich gut gewappnet

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Eltern stehen für sachliche und objektive Auseinandersetzung ein – Gemeinde setzt auf fertiges Konzept - Auch in Völpke will man die Grundschule nicht widerstandslos herschenken. Gemeinde und Eltern sehen gute Gründe, die für den Erhalt des Standorts sprechen – über das Neubauprojekt „Haus des Kindes“ hinaus.

 

Demonstrativ hatten sich Kinder, Eltern, Erzieher und Einwohner Völpkes Ende voriger Woche auf der Schultreppe postiert. „Bitte schickt uns nicht fort!“, so ihr Wunsch in Richtung Entscheidungsträger im Verbandsgemeinderat. „Es ist kein Protest“, sagt Daniela Schoppenhauer, Elternvertreterin für Kita
und Schule im Ort, „denn wir wollen nicht protestieren, sondern sachlich diskutieren und uns für eine objektive und faire Entscheidung einsetzen.“ Das Anliegen der Völpker und ihrer Mitstreiter aus den Nachbargemeinden sei es, „darauf hinzuweisen, wie schön der Schulstandort hier ist“, und dass die zentrale Lage ein Vorteil sei: „Wir sind ein ,all inclusive‘- Standort.“ Von den Schließungsplänen, die seit Mitte April öffentlich die Runde machen, sei man auch in Völpke „sehr überrascht“ gewesen, so Schoppenhauer. Den dahinterstehenden Kriterien begegnet man skeptisch, sieht sich gar im Vorteil. „Noch sind wir sehr zuversichtlich, denn ich denke, wir haben starke Argumente im Rücken. Gern würden wir diese auch vor Ort den Gemeinderatsmitgliedern erläutern und zeigen. Es sind daher an sie alle Einladungen zum Tag der offenen Tür am nächsten Sonnabend verschickt worden. Ich hoffe sehr, dass diese Gelegenheit auch wahrgenommen wird“, meint die Elternvertreterin. So auch Bürgermeister Wolfgang Smolin, dem sich die Logik, wie er sagt, in den vorliegenden Plänen nicht erschließen mag: „Zum Beispiel die Prognose der Bevölkerungsentwicklung mit einem Rückgang von fast 25 Prozent ist utopisch!“, empört sich das Ortsoberhaupt. Darüber hinaus frage er sich, warum einem vornehmlich touristisch unterlegten Projekt wie dem Lappwaldsee ein gewisser Stellenwert in der Schuldiskussion eingeräumt werde. Ferner seien einige Zahlen überholt oder falsch: „Die weitere Sanierung der Turnhalle werden wir billiger hinbekommen, und auch die Erfüllung der Brandschutzauflagen würden wir als Gemeinde noch selber tragen.“ Man wolle der Verbandsgemeinde im Bestreben um den Erhalt der Schule letztlich so weit wie möglich entgegenkommen, erwarte dafür aber auch ein offenes Ohr für die eigenen Interessen.

 

Fertiges Konzept liegt seit zwei Jahren in der Schublade

„Unser Hauptargument nämlich ist das fertige Konzept einer integrativen Grundschule in Völpke, das der Verwaltung bereits seit zwei Jahren vorliegt“, so Smolin. Das sei in den Überlegungen bisher jedoch gar nicht in Betracht gezogen worden: „Die meisten Ratsmitglieder hatten davon noch nie gehört, das Konzept wurde ihnen nie vorgelegt.“ Seit Ende 2008 habe die Gemeinde Völpke die Idee einer integrativen Schule verfolgt, die Planung vorangetrieben und auf eigene Kosten mit der Umrüstung und Sanierung begonnen. „Ob Schule, Außenanlage oder Turnhalle, wir haben immer alles selbst bezahlt, obwohl die Verbandsgemeinde da teils schon existierte“, so der Bürgermeister. Die Voraussetzungen für eine rasche und kostengünstige Realisierung des Konzepts seien gegeben, „und somit wäre auch der Bogen zum angeschlossenen Haus des Kindes geschlagen, denn die Kita arbeitet ab Sommer ja ebenfalls integrativ.“ In puncto „Haus des Kindes“ gibt Wolfgang Smolin außerdem zu bedenken: „Das Landesverwaltungsamt hat uns signalisiert, dass im Falle einer Schulschließung hier die Fördermittel noch einmal überprüft würden und gegebenenfalls teilweise zurückgezahlt werden müssten, denn sie waren zweckgebunden auch für den Schulhort in der Kita.“ Ob der Hort ohne Schule noch Bestand hätte, sei äußerst fraglich. Hinzukämen hohe Durchleitungskosten fürs Beheizen der Turnhalle, da sich die Heizungsanlage für alle drei Gebäude in der neuen Kindertagesstätte befindet. Die Schule liegt genau zwischen Kita und Sporthalle.

 

Foto: „Bitte schickt uns nicht fort“, steht auf der Papierkette geschrieben. Die Völpker wollen ihre Grundschule behalten und sehen für sich starke Argumente.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme