Der Landarzt mit Träne und Wohl der Patienten im Auge
Hans-Werner Bille (69) wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet - Hans-Werner Bille, in Völpke niedergelassener Allgemeinmediziner, hatte gestern seine letzte Sprechstunde. Der 69-Jährige wurde in den Ruhestand verabschiedet. Schon am kommenden Montag tritt der Nachfolger seinen Dienst an.
Die Tränen konnte sich Hans-Werner Bille dann doch nicht verdrücken, als die Gästeschar zur feierlichen Verabschiedung gestern in der Praxis auftauchte, um dem Landarzt für sein Jahrzehnte währendes Wirken zu danken, ihm für den wohlverdienten Ruhestand alles erdenklich Gute zu wünschen.
Bille und die Patienten - das war eine fast 40-jährige Partnerschaft. Und bis zum Ende, das wurde bei der Abschiedsrunde deutlich, hatte der Mediziner das Wohl der Leute fest im Blick. Ein schnelles Gläschen Sekt und einen Satz des Dankes gönnte er sich noch, dann drängte es ihn zurück ins Behandlungszimmer - der Warteraum war gut gefüllt.
Reibungsloser Übergang
"Ihre Arbeit hier war eine Herzenssache", sagte Bürgermeister Wolfgang Smolin, der im Namen des Gemeinderats ein anerkennendes Lebewohl übermittelte. Auch Amtsarzt Rainer Freche war gekommen und zollte dem Kollegen Respekt: "Dieses Dankeschön hat er sich wirklich verdient. Leider wird es diese Art des Landarztes in Zukunft wohl nicht mehr geben." Für Völpke und Umgebung aber ist die hausärztliche Versorgung vorerst gesichert. Albrecht Brassat, ab Montag der zuständige Heilkundige in der Friedensstraße 44, widersprach denn auch sofort: "Ich werde die Arbeit als Landarzt hier auch als solche fortführen."
Dass es diesen reibungslosen Übergang gibt, begrüßte Wolfgang Smolin ausdrücklich. Die Bille-Nachfolge habe die Ratsrunde in 2007 lange beschäftigt, da das gemeindeeigene Gebäude, in dem sich die Praxis befindet, arg sanierungsbedürftig sei. Eine intakte Wirkungsstätte für den neuen Arzt sei immens wichtig, merkte Smolin im Herbst im Volksstimme-Gespräch an. Finanzielle Mittel für die Dachsanierung konnten noch aufgebracht werden, die Fassade musste erst einmal hinten angestellt werden.
Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme