1500 Gäste beim Treffen der Generationen
80 Jahre Schule in Völpke: Große Zufriedenheit nach aufwändiger Jubiläumsfeier / Anreise aus Sankt Petersburg - Was für ein Wiedersehen! Einschulungsjahrgänge von 1928 bis heute, dazu Lehrkräfte und Angestellte aus 80 Jahren, insgesamt über 1500 Leute waren der Einladung der Gemeinde Völpke gefolgt, um das Schuljubiläum zu feiern. Es wurde ein Generationenspektakel voller Freude, Tränen und Erinnerungen.
Die mit dem Namen des jeweiligen Besuchers versehenen Erkennungsaufkleber waren nicht immer, aber doch oft vonnöten und hilfreich. Hatten sich etliche der einstigen Schulkameraden doch lange nicht gesehen. Ein zweifelndes „Ist das nicht ...?" konnte so dank der Klebeschilder meist schnell bejaht oder eben verneint werden. Mehr als 1500 Gäste wohnten dem Treffen der Generationen auf ihrem ehemaligen Schulhof bei. „Allein 1450 Leute haben sich angemeldet. Viele haben noch ihre Partner mitgebracht oder sind einfach mal so vorbeigekommen. Wie viele es also tatsächlich sind, ist schwer zu sagen", freute sich Völpkes Bürgermeister Wolfgang Smolin über den regen Zuspruch auf das lang vorbereitete Jubiläumsfest. Aus ganz Deutschland waren die Ehemaligen angereist. Henning Heck hatte gar eine halbe Europareise auf sich genommen. Mit dem Ausgangspunkt im russischen Sankt Petersburg war er eindeutig Sieger in der Kategorie weiteste Anreise. Dass die Festgäste eben auch solche Strapazen in Kauf nahmen, veranlasste Wolfgang Smolin bei der Begrüßung zu der These: „Gemessen an der Anzahl der Anwesenden muss ich feststellen, dass Völpke heute anscheinend der Mittelpunkt von Deutschland ist."
Wiedersehensfreude und Gesprächsbedarf
Smolin, übrigens selbst in besonderer Weise mit der Schule verbunden, wie er sagt, weil sie von seiner Familie inzwischen bereits in der vierten Generation besucht wird, war auch tags darauf noch in schwärmerischer Laune: „Es war top! Wir haben rundrum nur Lob empfangen. Den ganzen Vormittag haben sich Gäste telefonisch oder auch persönlich bedankt." Für die zurückliegenden stressigen Wochen sei das ein schöner Ausgleich. Wie groß die Wiedersehensfreude und der damit einhergehende Gesprächsbedarf waren, zeigte sich, als Schulleiterin Andrea Wagner zur Festrede ansetzte. Trotz des Mikrofons kam sie kaum gegen das Stimmengewirr im Festzelt an. Auch der glockenschwingende Bürgermeister konnte die Gästeschar nur kurz fürs Stillschweigen begeistern.
1979 Taufe zur Gagarin-Oberschule
Andrea Wagner fasste in ihrer Rede die mitunter wechselvolle Geschichte zusammen, die das Schulgebäude nach seiner Einweihung am 19. April 1928 durchlebte. „Lassen wir uns erinnern", sagte sie, „denn erinnern hilft, die Gegenwart zu verstehen und für die Zukunft die richtigen Schlüsse zu ziehen." Mehr als 20 Jahre lang, bis 1949, war hier einzig und allein die Grundschule angesiedelt, zuletzt, in den Nachkriegsjahren, wuchsen logischerweise die Probleme. Beispielsweise gab es nicht mehr genug Lehrer. Dennoch konnte der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden - und zwar bis 1953 in Form einer zentralen Schule mit Oberschulteil. Wenig später erhielt das Haus den Status einer Mittelschule und wurde in der Folge zur bis zur zehnten Klasse führenden Oberschule ausgeweitet. Das brachte einen Platzmangel mit sich, der 1959 mit der Eröffnung des Anbaus behoben wurde. „Insofern kann man fast sagen, dass wir heute ein Doppeljubiläum feiern", so Andrea Wagner. 1979 erhielt das Gebäude einen Namen, hieß fortan „Juri-Gagarin-Oberschule" - bis 1991 die Teilung kam: Grundschule einerseits, Allertal-Gymnasium andererseits. Der Kreis schließt sich in der Gegenwart. Heute wird hier wieder ausschließlich Grundschülern Lesen, Rechnen und Schreiben beigebracht. Die Zukunft sieht vor, dass es ein „Haus des Kindes" wird, indem der Kindergarten noch hinzustößt.
Ehrungen
- Willi Ebers, einziger Vertreter des Einschuljahrgangs 1928
- Berta Piela geb. Machnik, älteste Völpker Bürgerin (92) und von 1950 bis 1955 Köchin an der Schule
- die Geburtstagskinder
Roland Zörner (49),
Steffen Müller (42) und
Kathrin Dörge (37) - Ehepaar Heike und Olaf Matthies (23. Hochzeitstag)
Foto: 1500-stimmige Wiedersehensfreude vieler Jahrgänge. Am Abend wurde hier im Festzelt ausgiebig getanzt.
Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme