Alte Linde muss entlastet werden
Baumschnitt ist auch wegen der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde unumgänglich - Zwar hat die Linde neben der Eisdiele schon im vergangenen Jahr einen neuen „Schnitt" verpasst" bekommen , aber Untersuchungen haben gezeigt, dass das nicht die nötige Entlastung für den mehrere hundert Jahre alten Baum brachte. Jetzt mussten die Fachleute noch einmal ran.
„Das war eine lebenserhaltene Maßnahme, damit der Baum noch hundert Jahre weiterlebt", beugte Bürgermeister Wolfgang Smolin, Gerede im Dorf vor, und der Linde wurde bestimmt nicht unbedacht an die Äste gegangen. „Der Bürgermeister und alle Beteiligten haben es sich nicht leicht gemacht" bestätigte der Naturschutzbeauftragte des Bereiches Völpke/Badeleben, Adalbert Globisch. Als Willi Below von der Unteren Naturschutzbehörde festgestellt hatte, dass die Entlastung durch den Baumschnitt im Vorjahr nicht ausreichte, wurde zunächst überlegt, die tonnenschwere Last der Äste abzustützen. Da der Baum innen sehr hohl ist, wurde dieser Gedanke wieder verworfen. Letztlich fand eine Begehung statt, an der auch Dr. Axel Schneidewind, Fachbereichsleiter Garten- und Landschaftsbau, im Zentrum für Gartenbau und Technik Quedlinburg-Ditfurt, teilnahm. Der Experte für Verkehrssicherheit, Baumbeurteilung und Baumkontrolle ließ sein geschultes Auge schweifen, auch von oben von einer Hubbühne aus. Er beurteilte, wie krank die unter Naturschutz stehende Linde wirklich ist und markierte, welche Äste abgeschnitten werden müssen. „Das waren 30 Prozent der Krone, weil die Gefahr bestand, dass der Baum auseinander bricht", erklärte Bürgermeister Smolin und verwies auch auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde. Andererseits hat er aber auch von den Fachleuten die Bestätigung erhalten, dass sich die derzeit kahlen Äste wieder bewachsen werden.
Text und Foto: Constanze Arendt - Volksstimme