Teilnehmer sind mit dem Herzen dabei
Herzsportgruppe des Völpkers Gerhard Reimann erfreut sich ungebremster Beliebtheit / Übungen unter ärztlicher Aufsicht - Seit 1981 gibt es in Völpke eine Herzsportgruppe. Der Zuspruch für die dem Behindertensportverein Oschersleben angeschlossene Gemeinschaft ist ungebremst. 40 Herzkranke, überwiegend Senioren, sind jede Woche unter Aufsicht dabei, ihren Kreislauf zu beschleunigen und zu stabilisieren.
Weiß dominiert jeden Mittwoch ab 17 Uhr in der Sporthalle Völpke. Weißes Haar, weiße T-Shirts und weiße Sportschuhe. Der, der das Sagen hat, trägt noch schwarz-rot-goldene Streifen auf der Brust: Übungsleiter und Gründer der Gruppe Gerhard Reimann. Der 81-jährige ehemalige Sportlehrer gibt hier den Ton an, und alle hören auf ihn. Beim Aufwärmen, bei der Gymnastik oder in der Pause zum Pulsmessen. Die Sache hat schließlich den ernsten Hintergrund, mit gesundheitlichen Beschwerden durch Herzerkrankungen so gut wie möglich durchs Leben zu kommen. Einige der Weißen haben Bypass-Operationen hinter sich oder bekamen Stents implantiert. Sie alle fühlen sich überwiegend wohl und sicher bei der angemessenen sportlichen Betätigung. Vor allem, weil ständig eine ärztliche Betreuung gewährleistet ist. Dr. Ulrike Hiebsch, die sich an so einem Übungsabend wie zum Abschluss des Jahres 2008 selbst aktiv beteiligt, erklärt dazu: „Zunächst muss ein Attest des Hausarztes vorliegen und bestätigen, dass sich der Patient unter Belastung sportlich betätigen kann. Somit kann er sich der Herzsportgruppe anschließen. Ich überprüfe hier regelmäßig über Blutdruck und Puls die Kreislaufparameter." Es stehen außerdem Notfallkoffer und Defibrillator bereit. Mit dem Herzen dabei zu sein ist für die Teilnehmer also mehr als nur eine gut gemeinte Redewendung. „Ich bin 1991 mit Herzbeschwerden hierher gekommen", erzählt Gisela Meyer aus Völpke, „und nach der Besserung bin ich gleich dabei geblieben. Ich tue etwas für meine Gesundheit, fühle mich in der Gemeinschaft wohl, und die sportlichen Aktivitäten tun uns allen gut."
„Ich kann meine Grenzen austesten"
Karin Lippner aus Eilsleben hatte einen Herzinfarkt und bekam zwei Stents eingesetzt. Seit März fährt sie jetzt regelmäßig zur Sportgruppe. „Das tut mir sehr gut, und ich kann auch meine Grenzen austesten, weil immer eine Ärztin dabei ist. Da fühle ich mich sicher." Aus Hötensleben kommt Maria Repper seit 2001 in die Sporthalle. Auch sie hatte einen Herzinfarkt. „Nach dieser Stunde hier fühle ich mich zwar immer etwas geschafft, aber auch wohler", gesteht sie. Wenn Übungsleiter Gerhard Reimann Unterstützung braucht, dann stehen ihm Sieglinde Bausen und Werner Kleist zur Seite. Gemeinsam organisierten sie die Teilnahme an Sportfesten in Völpke und Helmstedt oder an der Harzwanderwoche bei Braunlage. Für den letzten Übungsabend im Jahr 2008 ging es bei Spielen etwas turbulenter als sonst zu. Es ging um Treffsicherheit und Reaktionsschulung. Und abschließend stand ausnahmsweise im Handballtor ein gesundes kaltes Buffet bereit. Weitere Interessenten sind übrigens noch gerne gesehen. Im neuen Jahr geht es weiter - immer mittwochs.
Foto: Die Herzsportgruppe Völpke kommt jeden Mittwoch um 17 Uhr zusammen. Diese Woche ließen sie das Jahr mit einer besonderen Übungsstunde ausklingen.
Text und Foto: Hartmut Beyer - Volksstimme