Abriss der Kirche war einst schon besiegelt
Sankt Margarethen: Altehrwürdig, aber auch schwer gezeichnet / Mit neuer Turmhaube weiteres Etappenziel erreicht - Weil es so selten vorkommt, ist die „Krönung" einer Kirche immer ein viel beachtetes Schauspiel. Und so waren auch zahlreiche Völpker dabei, als in der vorigen Woche ein neuer Turmknopf samt überlieferungswürdigem Inhalt und Wetterfahne auf die Margarethenkirche aufgebracht wude.
Dass das Gotteshaus mit seiner Wetterfahne gut 220 Jahre nach seiner Erbauung noch steht, grenze an ein Wunder, sagte Pfarrer Peter Mücksch. Immerhin habe „Sankt Margarethen" zwei kirchenund religionsfeindliche politische Systeme überlebt. Ironie der Geschichte dabei: Zu DDRZeiten mit ihren Mangelerscheinungen reichte es am Ende nicht einmal zum Abriss, obwohl die Genehmigung dafür schon vorgelegen hatte. Allerdings hätten diese schwere Zeiten natürlich auch ihre Spuren hinterlassen - und die Völpker Margarethenkirche sei besonders schwer gebeutelt. „Nach der Wende mussten wir mit dem stark geschädigten Bauwerk fast von vorn anfangen", so der Pfarrer. „Doch zu allen Zeiten schon hat es Gemeindeglieder gegeben, die sich um den Fortbestand der Gemeinde und um die Erhaltung des Gebäudes gekümmert haben." Daran habe sich bis heute nichts geändert, so das die Kirche in kleinen Schritten zwar, aber stet saniert wird. „Der Anfang wurde bereits um die Wendezeit mit dem Einbau von Stahlträgern zur Sicherung des Dachstuhls gemacht", erinnerte Peter Mücksch. Es folgte die Einbringung eines provisorischen Fußbodens, die Elektrifizierung der Läutanlange und der Uhr, die teilweise Sanierung des Turms und der Einbau dreier neuer
Farbglasfenster - alles ermöglicht durch viele fleißige Helfer, Spenden, Zuschüsse und Fördermittel. Die Erneuerung der Turmhaube nun bedeutete die nächste erreichte Etappe auf dem langen Weg. In rund 30 Meter Höhe war es Peter Mücksch vorbehalten, die frisch versigelten Kartuschen mit den zeitgeschichtlichen Dokumenten zur sichren Verwahrung in die Turmkugel zu legen. Neu hinzu kamen unter anderem Aufzeichnungen des Völpker Naturschutzbeauftragten Adalbert Globisch, das Heimatbuch der Gemeinde Völpke/Badeleben, eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfs und eine gut zehn Meter lange Papierrolle mit den farbigen Handabdrücken der „Sperlingslust"-Kinder. Als nächste Projekte sind die Beschieferung des Turms und die Dacheindeckung des Kirchenschiffs vorgesehen.
Foto: Pfarrer Peter Mücksch steckt die versiegelten Kartuschen in die Turmkugel.
Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme




