„Feuerteufel“ treibt im Raum Völpke gefährliches Unwesen
Brände in Ummendorf und Sommerschenburg - Auffällig oft mussten in den vergangenen Wochen und Monaten speziell die Feuerwehr aus Völpke zum Löscheinsatz ausrücken. Zuletzt vorgestern Abend nach Ummendorf sowie gestern Morgen nach Sommerschenburg. Das Wort „Feuerteufel" macht nun die Runde.
Keine Verschnaufpause für die Einsatzhelfer der Völpker Feuerwehr: Am Dienstagabend rückten sie zur Unterstützung eines Scheunenbrands bei der Ummendorfer Agrargenossenschaft aus, gestern Früh stand die ehemalige Erzklause nahe dem Sommerschenburger Badesee in Flammen - auch dort wurden die Völpker hinzugezogen, die im laufenden Jahr nun schon mehr als 20 Feueralarmierungen hinter sich haben. Spätestens jetzt glauben die Verantwortlichen nicht mehr an eine zufällige Häufung. Zwar waren die Nachforschungen der polizeilichen Brandursachenermittler an beiden Orten gestern noch in vollem Gange und es ist auch nicht zwingend davon auszugehen, dass die Fälle miteinander in Verbindung stehen. Doch zumindest das Feuer in Sommerschenburg dürfte gezielt gelegt worden sein. Das abgeschieden gelegene und ruinöse Gebäude, das einst eine Gaststätte beherbergte, verfügt über keine elektrische Anbindung mehr. Kurzschluss oder Kabelbrand scheiden daher ebenso aus wie eine Selbstentzündung im Außenbereich - dazu war es zu nass. Ein Faktor übrigens, der die Arbeit der Einsatzkräfte aus Sommerschenburg, Sommersdorf, Völpke und Badeleben erleichterte, weil die dicht umstehenden Bäume glücklicherweise kein Feuer fingen. Um kurz nach 8 Uhr war der Brand gemeldet worden; wenig später waren 37 Helfer der vier Wehren vor Ort. „Wir haben das Feuer schnell und problemlos unter Kontrolle bekommen", gab Einsatzleiter Marko Dörge gegen 9.30 Uhr Entwarnung. Für ihn und viele seiner Mitstreiter war es binnen zwölf Stunden der zweite Löscheinsatz, nachdem am Abend zuvor gegen 20 Uhr eine Scheune auf dem Gelände der Ummendorfer Agrargenossenschaft am Ortsausgang Richtung Badeleben in Brand geraten war und dabei stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein Gefahr für die 40 angerückten Feuerwehrmänner aus Ummendorf, Eilsleben, Wefensleben, Völpke und Badeleben stellten die durch die große Hitze angetriebenen Asbeststücke vom Dach dar, die teils bis zur Straße schossen. Doch Mensch oder Tier kamen nicht zu Schaden; ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Gebäude konnte verhindert werden.
Breitfelder appelliert:
„Augen offenhalten!" Angesichts der außergewöhnlich hohen Feuerfrequenz in und um Völpke wächst jetzt die Befürchtung, dass ein Pyromane sein Unwesen in der Gegend treibt. Darauf angesprochen, stimmt Völpkes Wehrleiter Marko Dörge zu: „Zwar müssen auch hier erstmal die Ermittlungen der Kripo abgeschlossen sein. Aber es sieht ehrlich gesagt ganz nach einem notorischen Brandstifter aus. Und das nimmt einem langsam die Puste. Das war heute unser 27. Einsatz in diesem Jahr. 90 Prozent davon waren Brände." Sorgenvoll betrachtet auch Abschnittsleiter Reinhard Breitfelder die aktuelle Situation: „Hier ist ein Feuerteufel am Werk, da bin ich mir sicher. Ich appelliere an die Bevölkerung, der Polizei Hinweise auf den oder die möglichen Täter zu geben und weiterhin die Augen offenzuhalten, sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis mehr als nur Sachschaden auftritt."
Foto: Ein Löschtrupp gestern Morgen im Einsatz an der Erzklause in Sommerschenburg. Brandstiftung als Ursache des Feuers gilt hier als sicher.
Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme