50 Frauen, drei Generationen und ein Mann
Völpker Frauensportgruppe feierte ihr 50-jähriges Bestehen / Großes Lob für Gerhard Reimann - Pünktlich um 18 Uhr hieß es am Mittwoch wieder „Alles hört auf mein Kommando!" und der Völpker Übungsleiter Gerhard Reimann bat seine 50 sportlichen Damen um Aufstellung zu einer kleinen gymnastischen Übungsrunde. Kurz war diese Trainingseinheit diesmal, weil noch das 50- jährige Bestehen des Völpker Frauensports gefeiert werden sollte.
Nach dem einleitenden Gymnastikteil zeigte die Step-Aerobic-Gruppe unter der Leitung von Hannelore Bacher ein fünfminütiges Kurzprogramm. „Das ist richtig Arbeit und verlangt schon eine gute Kondition, um das vorgegebene Tempo durchzuhalten. In den Sommermonaten wird nicht gesteppt, da treffen wir uns in der Natur zum Nordic-Walking", war von der Übungsleiterin zu hören. Und: „Wer Lust darauf hat, ist uns herzlich willkommen!" Gerhard Reimann begrüßte dann die Anwesenden offiziell. Er freute sich, „dass es in dem kleinen Ort Völpke den Frauensport mit einem breiten Angebot von Wirbelsäulengymnastik bis Step-Aerobic auch nach 50 Jahren immer noch gibt". Zwar wechselten die Teilnehmer, aber eines sei fast immer geblieben: „Mittwochs wird in Völpke etwas für die eigene Gesundheit getan!"
Neidischer Bürgermeister
Stolz berichtete Reimann, dass er nun schon die dritte Generation betreue. Was ja nicht verwunderlich ist, denn Gerhard Reimann ist nicht nur Übungsleiter, sondern war viele Jahre Sportlehrer an der örtlichen Schule und dies mit ganzem Herzen. Er bedankte sich bei den Sportlerinnen für die langjährige Treue und versprach, wenn es seine Gesundheit erlaubt, das Training auch weiterhin zu leiten. Wer ihm dabei zusieht, der glaubt nicht, dass Gerhard Reimann in ein paar Tagen 83 Jahre alt wird. Auch Bürgermeister Wolfgang Smolin gratulierte zum Jubiläum und wünschte im Auftrag des Gemeinderates den Sportlerinnen, ihrem Trainer und den Übungsleitern noch recht viel Freude bei den gemeinsamen Übungsstunden. „Was Sie geschafft haben, jeden Mittwoch 50 Frauen um sich zu haben, das hat noch kein Bürgermeister geschafft. Bei diesem Anblick hätte ich auch 50 Jahre durchgehalten", so das zu Späßen aufgelegte Ortsoberhaupt. Brigitte Bode, ein Gründungsmitglied vor fünf Jahrzehnten, erinnerte in einem Rückblick in gereimter Form an die Anfänge des Frauensports: Beim ersten Aufruf von Reimann zum Gymnastikabend kamen nur drei Frauen. Beim zweiten waren es dann zwölf und heute treffen sich regelmäßig mehr als viermal so viel, um etwas für ihre Gesundheit zu tun.
Der Trainer hält‘s mit Turnvater Jahn
Anfangs traf man sich im Saal der Konsumgaststätte, der im Winter noch selbst beheizt werden musste. Eine Turnhalle gab es noch nicht, aber man war ja bescheiden. Wichtig war allein die sportliche und gemeinschaftliche Betätigung. Brigitte Bode erinnerte aber auch an die Erfolge bei den Wettkämpfen, dem Schauturnen und der Freizeitgestaltung sowie an die ehemalige Sportanlage, die von den Schülern liebevoll das „Gerhard-Reimann-Stadion" genannt wurde. Der Trainer selber hält es mit einem Motto von Turnvater Jahn: „Gehen, Laufen, Springen, Werfen sind umsonst überall anwendbar, umsonst wie die Luft. Jeder hat sie nötig." Dieser Ausspruch habe von seiner Aktualität und Wahrheit bis heute nichts eingebüßt. „Schön, dass es dich gibt, du immer vorangehst und uns immer wieder motivierst", richtete Brigitte Bode einen Dank im Namen aller an Gerhard Reimann. In gemütlicher Runde mit einem Imbiss und einem Glas Sekt ließen die Damen danach noch einmal alte Erinnerungen aufleben, wozu auch die ausgestellte Dokumentation in der Turnhalle beitrug. Gerhard Reimann bedankt sich bei allen, die ihn bei der Durchführung der Feierstunde und Ausschmückung der Turnhalle unterstützten, insbesondere bei Familie Lindner und der Völpker Sparkassenfiliale.
Foto: Die große Völpker Frauensportfamilie mit ihrem „Ziehvater" Gerhard Reimann (hinten rechts).
Text und Foto: Angelika Höde - Volksstimme




